Ein Gewerkschafter im Pyjama

Ein Gewerkschafter im Pyjama.

Eine Glosse von Rainer Höllinger.

 

Ja, mit Mundschutz oder so einem Schild vor dem Gesicht könnte und wird es wahrscheinlich unangenehm werden zu unterrichten, denn um vieles kälter wird das Wetter sicher nicht mehr werden und in jeder Schule gibt es Klassen, die zu bestimmten Tageszeiten ganz furchtbar von der Sonneneinstrahlung "heimgesucht" werden.

 

Ja, alles ist sehr schwammig, denn in den Gängen ja, in der Klasse nein oder doch sind diese Dinger zu tragen und in Wahrheit weiß nicht einmal unsere "hochgelobte" Regierung wie genau das funktionieren soll. Genau so wie es für manche, wenn nicht sogar für alle Schultypen extrem schwierig wird, hier eine vernünftige und gerechte Dienst-und-Unterrichtseinteilung für Lehrer*innen und Schüler*innen zu machen.

 

Ja, Musik und Bewegung und Sport sind 2 absolut wichtige Gegenstände und jeder von uns weiß, dass ein Singen im Schulhof sicher auch unter Einhaltung der Mindestabstände möglich ist. Genau so verhält es sich im Sport, ich kann Kinder Jugendliche so bewegen, dass auch hier die Vorschriften eingehalten werden.

 

Ja, der Brief in dem gefordert wird, dass auch diese Gegenstände unterrichtet werden, macht absolut Sinn. Leider wird es unter unserem wiederum hochverehrten Herrn Minister Faßmann wahrscheinlich kein Gehör finden, denn schließlich ist er ja LEIDER mit gottähnlichen Befugnissen ausgestattet worden.

 

Ja, die Lage ist angespannt und chaotisch und ich bewundere den Eifer und die Energie, die unsere ÖLI Gemeinschaft an den Tag legt, denn von den anderen Fraktionen hört man ja ohnehin nichts Vernünftiges.

 

Ja, wir haben viele unlösbare Probleme wie Warmwasser, räumliche Gegebenheiten, etc., nennen wir es einfach Rahmenbedingungen.

 

Und das bringt mich zu einem wichtigen Punkt:

Ja, ich glaube dass durch dieses Distance Learning und den damit verbundenen Schwierigkeiten sowohl für und Lehrende, die Kids als Lernende und ganz speziell für die Eltern unser Berufsstand eine massive Aufwertung in der breiten Öffentlichkeit erfahren hat, dass viele Eltern Dinge gesehen haben wie

 

- die Lehrer*innenschaft ist wirklich total bemüht und verwendet alle nur möglichen "Kanäle" um mit den Schülern zu arbeiten!

 

- naja der, die Lehrer*in ist ja vielleicht doch nicht so das Problem.

 

- jetzt habe ich schon Schwierigkeiten mit einem Kind ihm den Stoff näher zu bringen, wie machen die das mit 20 oder mehr?

 

- ich möchte nie wieder tauschen mit den Lehrer*innen, denn die Arbeit ist echt kein Honigschlecken.

 

- jetzt verstehe ich den letzten Elternsprechtag.

 

- ups, vielleicht ist mein Kind doch nicht soooo hochbegabt wie ich bisher immer glaubte.

 

- und noch viele Dinge mehr!!!

 

Und genau darum bin ich der festen Überzeugung, dass

-WIR uns nicht wie unser südlinzesischer Gewerkschaftshero ausgerechnet auf 2 schulautonome Tage oder 2 Zwickeltage stürzen dürfen, denn das ist Poulismus in Reinkultur (ist aber kein Wunder schließlich kommen ja Herr BM und PK aus dem selben Lager und spielen der Welt nut Theater vor, indem sie vorgeben, sich in manchen Dingen uneinig zu sein!!!)

 

Ich finde da sollten wir drüberstehen und ich betone ausnahmsweise eine Stellung einnehmen in der wir sagen:" Besondere Zeiten fordern besondere Aktionen, darum ist es diesmal kein Problem diese beiden Tage zu unterrichten, möchten aber schriftlich zugesagt bekommen, dass es sich dabei um keine stille aber auf ewig gültige Streichung dieser Tage handelt." Das würde nämlich auch den letzten "Die-Lehrer-haben- eh-so-viel-frei-Hetzern" nochmals Wind aus ihren zweifelhaften Segeln nehmen.

 

-WIR müssen auch vehement gegen so derart oberpeinliche Auftritte underes "sehr verehrten" PK vorgehen, denn ich bin verwundert, dass das noch kein Thema geworden ist. Aber am Freitag, dem 24.4., in der ZIB um 19:30 wurde PK per Viderkonferenz interviewt.

 

Und was ich dort gesehen habe spottet jeder Beschreibung einer vernünftigen Standesvertretung, ich habe mich ernsthaft geschämt!!!

 

KP saß mit einem, für mich als sehr schmuddelig wahrgenommenen, Pyjamaoberteil vor der Kamera seines Laptops, war so was von unausgeschlafen (wobei ich

 

ihm keine Coronaparty unterstellen möchte), total unrasiert und ungepflegt, einfach ein elendes Bild abgebend, was unseren Berufsstand angeht.

 

Um das Bild noch ein wenig zu konkretisieren, einen wirklich nur kleinen gedachten Schritt weiter wäre er in einem schon leicht vergilbten, mit Ketchup und Kaffeeflecken besudelten Feinrippunterleiberl vor der Kamera gesessen!!! Mit einem Wort er vermittelte das Bild, dass der durchschnittliche Lehrer den ganzen Tag im Pyjama herumlaufen und einen auf total gemütlich machen würde, denn, wenn schon der oberste Vertreter einen solch

 

schmuddeligen Eindruck in der Öffentlichkeit macht, dann möchte ich gar nicht wissen, was ein durchschnittlich fantasiebegabter Österreicher sich ausmalt, wie der Durschschnittslehrer bzw die Durchschnittslehrerin seinen/ ihren Tag so gestaltet!!!

 

Denn viele Lehrer*innen wenden viel mehr Zeit für Home Schooling auf, als viele es vielleicht vermuten würden.

 

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